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Bericht
EM-Belgrad
EM-Crosslauf in Belgrad
Fabian wird mit Team Fünfter!

Jost schafft es mit U20 Team in die Top-10!

Videos in volle länge!

Ergebnisse EM-Crosslauf

Bericht auf Laufreport


Die Erlebnisse sind noch sehr lebendig und alle Beteiligten von SCB Berlin haben viele Eindrücke bei der Cross-EM gesammelt. Es waren sehr unterschiedliche Eindrücke, Fabian und Jost mittendrin als Athleten, der Trainer am Streckenrand. Die Strecke sehr schnell, flach, kaum enge Kurven und für Crossverhältnisse sehr fest. Zwei kleine Hindernisse auf dem Kurs von 1500m mussten absolviert werden. Bei Besichtigung der Strecke am Vortag stieß dies auf Enttäuschung bei vielen Beteiligten und löste große Freude bei denen aus, die mit technisch anspruchsvollen Strecken Schwierigkeiten haben. Alle waren sich allerdings einig, es wird sehr schnell gelaufen, was dann auch die späteren Rennverläufe bestätigten. Am Veranstaltungstag verwandelte sich die Strecke allerdings zumindest für die Zuschauer in eine sehr attraktive Anlage, wo man fast alles von einem Punkt aus beobachten konnte. So herrschte in der Zuschauerarena, die mitten drin war, eine äußerst aufgeheizte Stimmung, die einen mitriss. Es waren nicht sehr viele Zuschauer, aber einigen Belgier, Engländer, Iren und Franzosen war die Reise nach Belgrad nicht zu weit, und sie waren eine echte Bereicherung für die Veranstaltung. Die Einheimischen haben tagsüber leider keine Zeit, da auch am Sonntag die Geschäfte bis 22 Uhr offen sind und viele arbeiten gehen müssen.

Männerrennen über 10km (2 kleine + 6 grosse Runden):

Fabian Clarkson stand als einer der Jüngsten in dem mit gut 100 Mann bestückten Feld. Er hatte bereits Erfahrungen 2009 in Dublin bei den U20 und 2012 bei den U23 gesammelt und hoffte auf einen starken Einstieg in der höchsten Kategorie. Man stellte aber fest, dass die Erfahrung nur bedingt von der jüngeren Altersklasse auf die Männerebene übertragbar ist und dass hier erneut vieles von vorne anfängt. Die Ergebnisse insbesondere von Mol, aber auch aus dem Testlauf in Darmstadt und aus dem Training ließen dennoch Vorfreude auf das bevorstehende Ereignis aufkommen. Nun ist es gelaufen, wie es gelaufen ist und die Mindestplatzierung in die Top 40 zu kommen wurde deutlich verfehlt. Es wollte nicht klappen und Fabian tat sich sehr schwer von Anfang an im vorderen Feld zu laufen, wodurch er dann noch einige Plätze einbüßte. Schade vor allem, weil die deutschen Männer einen unglaublich starken Tag hatten mit R. Ringer als super Siebter,  P. Pflieger auf einem ausgezeichneten 14. Platz, wie auch der erfahrene S. Ulicka brachten wichtige Punkte für das beste Teamergebnis einer deutschen Mannschaft in der Crosslaufgeschichte bei der EM.  Dahinter rollte J. Töpfer das Feld auf und kam auf  einen für ihn sehr überraschenden 32.Platz. J. Flügel machte das Beste aus seinem Können und schaffte es sehr gut sich im Mittelfeld zu platzieren, wo auch nicht weit von ihm Fabian mit noch einer  starken letzten Runde einlief und ein bis dato bestes Ergebnis mit dem 5. Platz abrundete. Leider konzentrierten sich die Presseberichterstatter des Leichtathletikverbandes mehr auf Bronze bei U20 weiblich als auf den Riesenerfolg bei den Männern, auch wenn es  "nur" ein 5. Platz und keine Medaille war. Zu einem Podestplatz fehlte nicht viel, sodass  man feststellen muss, dass die deutschen Männer richtig aufgeholt haben und inzwischen international konkurrenzfähig sind.

Rennverlauf in Daten von Fabian Clarkson mit Komentar:

2500m:
5.DLV      -53Pkt.
10.R.Ringer   +4s
16.S.Uliczka  +5s
30.P.Pflieger  +8s
37.
F.Clarkson  +10s
48. J.Töpfer  +14s
49. J.Flügel  +15s

Ringer und Uliczka bestehenden Start  sehr gut was für Pflieger und Fabian nicht ganz gelungen ist. Fabian musste aus der dritte Reihe starten und der Startblock stand relativ weit außen was es schwer machte sich mehr vorne zu platzieren.

4000m:
5.DLV   -50Pkt.
9.R.Ringer +12s
18.S.Uliczka  +16s
23.P.Pflieger  +20s
39.T.Janis  +31s
43.F.Clarkson  +32s
45.J.Flügel  +36s

Fabian bekam Schwierigkeiten und musste das Hauptfeld ziehen lassen, sowie den schnell von hinten stark auflaufenden J. Töpfer vorbei ziehen lassen ohne lange mitlaufen zu können. Ringer ist weiterhin präsent vorne, wo das Tempo vom späteren Sieger aus Spanien (ein Läufer mit Dopingvergangenheit, den wir uns hier ersparen namentlich zu nennen) nach dem Sturz von A. Polat Kemboi aus der Türkei deutlich erhöht wurde. Uliczka hinterlässt weiterhin einen sehr starken Eindruck und Pflieger macht Plätze gut und nähert sich den Top20.

5500m:

5.DLV  -59Pkt.
17.R.Ringer   +28s
20.P.Pflieger  +30s
22.S.Uliczka  +31s
38. J.Töpfer  +45s
45.J.Flügel  +50s
55.F.Clarkson  +57s

Die Deutschen Männer müssen das verschärfte Tempo vorne mit vielen Plätzen büßen, und Fabian verliert weitere 12 Plätze und kämpft um den Anschluss in einer Gruppe mit dem Engländer F. Tickner, was  ihm über eine längere Zeit gelingt. Der 5. Platz in der Mannschaftswertung wird von Irland bedroht.

7000m:

5.DLV  -57Pkt.
12.R.Ringer  +36s
18.P.Pflieger  +43s
21.S.Uliczka +45s
34.J.Töpfer  +59s
44.J.Flügel +1:09
54.F.Clarkson +1:21

Wie verabredet und etwas erholt machen Ringer, Pflieger und Uliczka einen Vorstoß nach vorne. Insbesondere sehr starke Runde von Ringer, festigt den 5.  Platz vom Mannschaft.
Fabian muss sich F.Tickner geschlagen geben und fällt aus der Gruppe aus und läuft kurze Zeit allein das Rennen zwischen zwei Gruppen.

8500m:
5.DLV   -46Pkt.
11.R.Ringer  +42s
16.P.Pflieger  +53s
19.S.Uliczka  +57s
30.J.Töpfer  +1:11
43.J.Flügel  +1:27
54.F.Clarkson  +1:46

Fabian kämpft um seine Platzierung und holt dabei den Italiener A. Baldaccini ein, was dann später zu einem tollen Duell wird. Gleich drei Deutsche sind in den Top 20 und alle machen Plätze gut.


Endergebnis 10km:
5.DLV  -38 Pkt.
7.R.Ringer  +38s
14.P.Pflieger  +52s
16.S.Uliczka  +56s
32.J.Töpfer  +1:19
44.J.Flügel +1:39
53.F.Clarkson +2:03

Fabian gewinnt gegen den Italiener und wehrt die von hinten kommende Gruppe ab. Ringer macht eine super schnelle letzte Runde und läuft sogar auf Platz sieben vor. Pflieger und Uliczka verbessern sich was dazu führt, dass das DLV-Team nur 9 Punkte von Bronze entfernt ist und somit war das Team an dem Tag der Star. Bemerkenswert auch die drei Einzelplatzierungen, Ringer macht die beste Platzierung in der Geschichte. Bei 19 Austragungen gelang es nur vier Mal einem DLV-Crossläufer in die Top-20 zu kommen und dieses Mal schafften es sogar drei bei einer Austragung. Überzeugt hat mich S.Uliczka, der am sichersten und mit einer guten Einteilung lief. Ringer, der sehr offensiv angelaufen ist wurde mit einem am Ende für alle überraschende Ergebnis belohnt, ebenfalls sehr stark der eher defensiv angelaufene P. Flieger, der von Runde zu Runde sich paar Plätze nach vorne schieben konnte. Für Fabian war es sicher eine Enttäuschung, aber keine die entmutigen sollte und er wird sicher in den nächsten Jahren andere Rennen mit mehr Sicherheit und Entschlossenheit und besseren Ergebnissen erleben. Wir wissen, wie schwer es ist bei den Männern zu rennen und dass das keine leichte Aufgabe sein wird, war klar. Aber dass es so schwer ist  wurde erst jetzt bewusst. Trotzdem ist das die zweitbeste Platzierung von einem Mann aus BLV und wenn auch nicht direkt, hatte er Anteil an dem erfolgreichsten Abschneiden eines DLV Teams! Das Rennen gewann ein Läufer aus Spanien vor der Türken und einem Engländer, der einen unglaublichen Endspurt um die Bronze lieferte gegen eine Läufer aus Belgien, der uns aus verschieden Rennen bereits bekannt ist. Er und Fabian trafen zuletzt in Mol aufeinander, wo Fabian gegen ihn ein starkes Rennen lief und sich nur knapp geschlagen geben musste. Bei den Teams gewannen Medaillen Spanien, Belgien und England. Diese Nationen waren sehr überragend, wie auch die französische Nationalmannschaft.

Rennverlauf von Jost-Lennart Heese bei der U20 Männer

6000m:
8.
DLV -105Pkt. (1500m: 8. -105Pkt.; 9.  -131Pkt.;
33.P.Reinhard  +59s  (1500m: 35.   +3s; 3000m: 37.  +18s; 4500m: 36.  +42s)
37.K.Tewolde  +1:03 (1500m: 76. +12s; 54.  +26s; 41.  +45s)
39.L.Motschann  +1:06(1500m:36.  +3s;   39. +19s; 38.  +42s)
44.J.-L. Heese   +1:10  (1500m: 39.   +3s;  49. +25s; 48. +52s)
51. T. Ramdane Cherif  +1:15  (1500m:38.  +3s; 48. +25s; 47.  +50s)
87.J.Motschmann  +1:59  (1500m: 34. 
+3s; 51.  +25s; 73. +1:05)

Die Deutschen Nationalteamläufer der U20 hatten es sehr schwer und trotz einem guten Start konnte keiner der sechs Läufer nicht mal annähernd mit den europäischen Spitzenläufern mithalten. Dennoch ein 8. Platz unter 21 Teams aus Europa zeigt ein gutes Niveau, und wir freuen uns, dass Jost diese Erfahrung machen durfte. Er machte das ganz ordentlich, sodass er die als Ziel formulierte  Mindestplatzierung unter die ersten 60 zu kommen mehr als deutlich unterbot. Er wirkte schwer und man wartete auf dem Moment wo er sich "aufmacht" was dann doch zum Glück in der letzten Runde passiert ist, wo er dann die letzten 1000m aufdrehte und noch acht Plätze gut machte mit einem sehr starken Endspurt. 44. am Ende und doch sehr glücklich half er seinen Kontrahenten und an diesem Wochenende Teamkameraden, dem Berliner Tim aufzustehen und die Freude war groß im Ziel zu sein unter den vielen Topläufern. Er lief danach begeistert an Streckenrad und bewunderte die Läuferinnen und Läufer der älteren Klassen sehr, was noch einen Schub für die Zukunft gab und wer weiß, vielleicht stehen Fabian und Jost in einigen Jahren gemeinsam bei den Männern am Start.

Das Rennen bei den U20 Männer, wie auch fast alle Rennen verliefen sehr spannend mit spektakulären Endspurts um Medaillen und Plätze. Es gewann ein türkischer Läufer vor einem Belgier und einem starken Russen. Auch um die Teamwertung gab es einen packenden Kampf von 4 Mannschaften, bei dem dann am Ende die Franzosen die Nase vor den Russen und Italienern hatten.

Bei den Frauen überzeugte die Französin S. Duarte mit einer unwiderstehlichen Attacke zu einem frühen Zeitpunkt, danach gab sie die Führung nicht mehr ab. Aber auch um Silber war es bis zum letzten Meter spannend, wo dann mit stärkerem Endspurt G.Steel (GBR) vor der Portugiesin F.Dulce auftrumpfte. Die Gewinnerin von den zwei letzten Austragungen (F.Britton aus Irland) musste sich mit dem 4. Platz begnügen und auch in der Teamwertung als amtierende Europameisterinnen mit Platz sechs zufrieden geben. M. Kock überzeugte mit einem Rennen im Mittelfeld und machte in der Schlussphase viele Plätze gut, was dann am Ende einen starken 23. Platz ergab. U.Gatzweiler belegte den 52.Platz und nur schade dass keine andere Läuferin die Qualifikation für EM geschafft hat und somit als einziges und eine der wichtigsten Kategorien in der Mannschaftswertung ohne Teilnahme des DLV blieb. Die britische Mannschaft stand hier außer Reichweite und gewann sicher die Europameisterschaft vor Frankreich und Spanien!

Pieter-Jan Hannes (BEL) ist der Europameister bei U23 und auch Fabian sehr gut aus Mol bekannt, wo die beiden sich auf der Schlussrunde einen Kampf um die Plätze abgeliefert haben. Ein 1500m Spezialist lief die Konkurrenz in Grund und Boden und konnte als einziger Sieger der diesjährigen Austragung auf der Zielgeraden lange jubeln. Beindruckend auch sein taktisches Geschick und Reaktion auf die Rennsituation. Er verwies den bulgarische Top-Hindernisläufer M.Tsenov auf 2. Platz, der letztes Jahr noch auf dem Podest bei der U20 stand, wie auch der einheimische den N.Crnovac. Im Einzel liefen deutsche Läufer hinter Fabians 18. Platz vom letzten Jahr. Die Britische Mannschaft war auch hier der Europameister vor meinen Favoriten vom letzten Jahr Ukraine und Spanien. Das deutsche Nationalteam belegte wie auch letztes Jahr den 7.Platz mit T.Gröschel(20.), N.Sonnenberg (27.),J.Koller(49.), H.Pfeiffer (52.), M.Steininger (72.), Y.Arbogast (78.)

Ein Traummannschaft hatten die Briten bei den U23 Läuferinnen am Start, wo gleich fünf von sechs in die Top 10 liefen und die Schlechteste immer noch 16. wurde. Hier darf man auch die Namen nennen: C.Purdue(3.), A.Katie(4.), L.Pardridge(5.), R.Auckland(7.), L.Weightman(8.), J.Andrews (16.). Den 2. Platz belegte Russland vor den Niederlanden mit der Siegerin S.Hassan. Das deutsche Team belegte Platz fünf mit den Starläuferinnen C.Haarer(9.) und G.-F. Krause(15.). A.Resic

hmann(27.), M.Tränkle(36.), F.Amreihn(41.) und A.Frank(54.) vervollständigten die Mannschaft mit weiteren guten Ergebnissen. Sehr beindruckend war die Vorstellung von A.Tersic aus Serbien, die bis zum Ende versucht hat die Goldmedaille bei der U23 im eigenen Land zu halten, belohnt wurde ihre Lauf letztendlich mit Silber, worüber sich die Fans auch sehr freuten und auch das Land, das es bereits am gleichen Abend in Belgrad in den  Nachrichten zu lesen und zu hören bekam!

Deutsche U20 Team gewann Bronze hinter erneut exzellenten britischen und schwedischen Nationalteams. Im Einzel glänzte eine der jüngsten Teilnehmerinnen, A.Reh (5.). M.Rehberg, wenn auch lange nicht so läuferisch stark wie letztes Jahr mit einzelbronze, aber nicht weniger kämpferisch, brachte weitere sehr wichtige Punkte für Teamwertung. Weitere Läuferinnen, wie K. Granz(36.) aus Berlin, V. Coutellier(44.), l. Meyer(55.) platzierten sich im guten Mittelfeld und über Mannschaftssilber freute sich auch T. Schulte(90.). In einem starken Feld von 107 Läuferinnen gewann das Rennen überzeugend und bereits zum 4. Mal auf dem  Treppchen E. Gorecka(GBR), vor S. Ennaoui(POL) und M. Mismas (SLO).


Insgesamt eine tolle Veranstaltung, mit einer flachen einfachen Strecke, die wohl bewusst für die einheimischen Läufer angelegt wurde, was sich dann am Ende auch ausgezahlt hat mit zwei Medaillen für Serbien. Wie Tersic, so auch viele weitere mit vorderen Platzierungen, glänzende Mittelstreckler kamen zu Top Ergebnisse. Es wird(war) in Deutschland und bei uns in Berlin Crosslauf oft als ein Subdisziplin verstanden und schlechte Leistungen werden oft damit erklärt dass die Athleten eigentlich Mittelstreckler sind. Es ist einfach so, dass beim Cross die Besten aus allen Laufdisziplingruppen aufeinander treffen, und wenn man so will den Besten suchen, wenn auch die Planung und Einstellung weniger bewusst auf dieses Wettkampfform zielt. Dies würde nicht anders sein, wenn in der Bahnsaison z. B. nur 1500m angeboten würde und keine anderen Ausweichstrecken gelaufen würden, dann wäre unter Umständen der gute Mittelstreckler nur Mittelmaß und der Beste vielleicht nur 4. oder 5. Eine Freude ist es daher, dass bei dem Kongress in Belgrad von der IAAF der Wusch an das IOC geäußert wurde Crosslauf wieder olympisch zu machen und dies geschieht hoffentlich auch wenn es auf Kosten eines 10 000m oder 1500m Lauf gehen muss.


Da der Trainer unseres Clubs Litauer ist, nun noch eine kleine Anekdote am Ende.  Es gab ein kleines Duell zwischen SCB Berlin und Litauen. Litauen sande zwei Athleten nach Belgrad und die beiden Athleten liefen gegen unsere Athleten, nun hier zu dem Ergebnis, ein klarer Sieg für SCB.

SCB Berlin 97Pkt  vs  LITAUEN  148   
Fabian Clarkson 53.   -  Justinas Berzanskis 67.
Jost-Lennart Heese  44.  - Dominykas Butkevicius 81.